Turnerkränzli 2002 - Niederurnen
Turnerkränzli 2002 - Niederurnen
Turnende Vereine Turnerkränzli 2002 - Niederurnen
Rückblende Turnerkränzli 2002 - Niederurnen

«Auf den Spuren Robinsons – die wahre Geschichte»

mare.- Anscheinend nahm es doch viele Leute wunder, wie Robinsons Geschichte wirklich geschah, damals, anfangs des 18. Jahrhunderts, denn bereits im Vorverkauf war die Halle bis auf ein paar wenige Tickets ausverkauft, und am Samstagabend mussten noch zusätzliche Tische und Stühle in die proppenvolle Mehrzweckhalle gestellt werden.

Doch nun der Reihe nach: Das garstige Samstagabendwetter trieb die Gäste eiligst in die Niederurner Mehrweckhalle, wo sie von herumalbernden Affen mit Freudengeschrei und Bananen begrüsst und beschenkt wurden. Der OK-Präsident René Hofstetter hiess das zahlreich erschienene Publikum recht herzlich willkommen, als plötzlich Robinson Crusoe, adrett in Seemanns-Garn gewandet, zur Saaltür hereingepoltert kam und die Rede unterbrach. Er hätte vor seinem grossen Auftritt noch seine Nerven mit einem Schluck Nassem beruhigen müssen. Der OK-Präsident bat ihn zu sich herauf und dieser nahm in seinem «Stübli» Platz und begann auch gleich von seinen Abenteuern zu berichten:

Er erzählte von seiner nörgelnden Ehefrau, welcher er es zu keiner Zeit Recht machen konnte, von seiner Flucht auf ein Kreuzfahrtschiff, wo viele kleine Matrosen des Kinderturnens eifrig am Arbeiten waren. Auf hoher See machte Röbi die Bekanntschaft einer netten Dame, der er den Hof zu machen versuchte, bis es plötzlich zu stürmen begann. Als alle Passagiere unter Deck mussten, verloren sich die zwei Frischverliebten dann leider aus den Augen. Das Schiff versank in den Fluten und Röbi wurde von hübschen tanzenden Meeresbewohnern der Mädchenriege gerettet. An Land haben ihn eine Horde Kannibalen gefunden, die ihn sogleich als feine Speise zum Kochtopf schleppten.

In diesem machte er die (eher unliebsame) Bekanntschaft eines süssen, sehr anhänglichen Boys. Wie sich schnell herausstellte, handelte es sich um Tarzan, den Dschungel-«Helden»; ganz in rosa gekleidet – von den Shorts über das Tarzan-Shirt bis zum passenden rosa Stirnband!

Die Jugendriegen-Kannibalen zeigten Turnerisches auf dem Minitrampolin und am Barren, führten eine Stuhlakkrobatik vor, so dass es den Zweien im heissen Kochwasser Angst und Bange wurde. Aus den Zuschauerreihen wurden weitere Opfer zum Kochkessel auf die Bühne «getrieben».

Robinson war schon ganz verzweifelt; er wollte heim zu seiner «Alten», ihm war zu heiss und die kreisenden Vögel über ihm nervten auch schon total. Der ihm treu ergebene Tarzan hatte da die rettende Idee: er schrie nach seiner Bekannten «Freitagine», die Röbi nach einiger Diskussion ein Red Bull brachte, wobei dieser vorerst nicht gleich begriff, warum ihn dieses Getränk retten sollte. Nach einigen Schlücken wurde ihm komisch zumute und plötzlich schwebte er ab in die Lüfte: «Red Bull verleiht Flügel ...»

Wunderschöne bunte Vögel des Damenturnvereins führten einen Vogeltanz vor, bevor sich Röbi und Freitagine nach dessen Rettung näher kamen. Am Strand schlafend, bekamen sie Besuch von Kobolden und Feen, die ihnen ein eigenes Häuschen bauten. Die zwei Schlafenden träumten von bodenständigen Handwerkern, dargestellt durch die Frauen- und Männerriege, die mit ihren Springseilen herumwirbelten, bis das Strohhaus fertiggestellt war. Alsbald erwachten die beiden und freuten sich über ihr neues Heim. Doch ihre Freude trübte sich sichtlich, als sie eine riesige Spinne entdeckten. Sie flüchteten ins Innere ihrer Behausung und ...

Der alte Robinson Crusoe verlangte eine Verschnaufpause und wollte danach seine kurzweilige Geschichte weitererzählen. In dieser Zeit verkaufte der Damenturnverein Tombola-Lose, denn die im Foyer aufgereihten grösseren und kleineren Gaben warteten nur darauf, abgeholt zu werden.

Im zweiten Showteil ging es turbulent weiter: Damenturnverein-Spinnen kamen von überall her und spannten ihre Seile zu Netzen vor Röbis Hütte. Plötzlich Geschrei und Gekreische – im hinteren Saaleck tummelten sich Affen des Turnvereins an der Kletterwand. Hüpfend und Schabernack treibend eilten sie durch die Zuschauer hindurch auf die Bühne, wo sie auf dem Schleuderbrett und an den Schaukelringen herumtobten und ihre Salti und Doppelsalti, ihr Schwingen und Auskugeln zum Besten gaben. Dazwischen kamen wieder die Spinnen und am Schluss tanzten Affen und Spinnen gemeinsam. Ein Urschrei ertönte und an einer Liane schwang ein zweiter Tarzan herein. Er entpuppte sich als der eifersüchtige Freund des ersten Tarzans. Er pfiff seine Dschungelgeister zu Hilfe, welche mit einer Voodoo-Puppe den armen Röbi-Fan piesackten. In der Zwischenzeit kamen immer mehr Geister hinzu. Die zwei Tarzan-Boys verzogen sich und die in weisse Tücher gehüllten Damenturnverein-Geister spukten tanzend auf der Urwald-Bühne weiter. Röbi und Freitagine waren schon ganz verzweifelt, zuerst dieses Getier und dann diese vielen Geister. Natürlich war Röbis «Freund» Tarzan wieder nicht um eine Idee verlegen, er holte seinen alten Kumpel «Slimer», welcher die Geisterjäger-Kompanie telefonisch anforderte.

Die Ghostbusters-GmbH war mitten im Saal am Haushalten; sie bügelte, saugte Staub und wischte. Der Anruf erlöste sie von ihrem unliebsamen Tun, sie stürmten auf die Bühne und versuchten, die Biester einzufangen. Leider sind es immer mehr geworden, sodass die Männer Verstärkung anfordern mussten. Die Turnverein-Ghostbusters vertrieben mit ihrem eindrücklichen Auftritt die Mehrzahl der Geister, der Rest wurde gefangen genommen. Leider stellten sich zwei Geisterjäger gar dümmlich an und liessen die Gefangenen wieder frei. Trotz all diesen Unannehmlichkeiten entschlossen sich Röbi, Freitagine und Tarzan, auf die andere Insel-Seite zu wandern. Dort mussten sie erkennen, dass dieser Platz keineswegs verlassen ist, es herrschte fröhliches Strandtreiben und auch die verlassene Ehegattin von Röbi genoss hier ihre Freiheit. Damenturnverein und Turnverein heizten an der Beachparty zu coolen Rhythmen nochmals tüchtig ein, damit der Funke auch aufs Publikum überspringen und dieses anschliessend gleich mitfeiern konnte.

Robinson schloss sein Geschichts-Buch und übergab das Wort zum Schluss nochmals René Hofstetter, der heuer zum ersten Mal als OK-Präsident amtete. Dieser dankte abschliessend seinem Organisationskomitee, allen Sponsoren und Gönnern, den Mitwirkenden und allen Helfern. Einen Sonderapplaus und Dank für ihre grossartigen Leistungen erhielten Sämi Wild und Erich Vogt von der P.O.A.C. GmbH media factory mit ihrer Crew für die professionelle Ton- und Lichttechnik: Den Beiden wurde als Anerkennung für ihren immensen Arbeits- und Stundenaufwand die Ehrenmitgliedschaft der Turnenden Vereine angeboten. Eine besondere Anerkennung erhielten Max Schwendeler und Hans Beyeler, die jahrelangen unverzichtbaren Gönner und Sponsoren unserer zweijährlich stattfinden Turnerkränzlis in Form einer Fotografie der Turnenden Vereine.

Zum Schluss lud der Redner alle Gäste im Saal ein, das Tanzbein zu den Klängen von «The Camps» zu schwingen oder sich in «Robinsons Home», in einer der zwei kultigen Bars draussen zu verweilen, was die Leute dann auch bis in die Morgenstunden hinein genossen.

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