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Traumfabrik öffnete ihre Tore

mare.- Die Turnenden Vereine von Niederurnen luden unter diesem Motto am Wochenende vom 11./12. November 2006 wiederum zu einem vergnüglichen Abend in die Mehrzweckhalle Linthescher ein. Eingepackt in eine kurzweilige, actionreiche Geschichte führten die verschiedenen Riegen ihre Tänze und Turndarbietungen auf.

Das zahlreiche Publikum beteiligte sich beim Betreten des Gebäudes an einem Fabrikrundgang mit Personenkontrolle und Taschenüberprüfung, ehe die «Arbeit» in der Fabrik aufgenommen werden konnte. Juniorchef Roy von Siebental, von Senior Edgar zum neuen Geschäftsführer ernannt, kaufte eine futuristische Maschine aus Korea ein. Viele kleine Mechaniker vom KiTu stellten und schraubten die verschiedenen Röhrenteile zusammen. Bereits bei der ersten Inbetriebnahme durch den Abwart Plazi Cadruvi funktionierte das Ungetüm nicht wie gewollt. Gastarbeiter Giuseppe Bosco sollte die Maschine für eine Präsentation bereitstellen, als abermals der «Pfuus» ausging. Diesmal stellte Plazi einen Kabelbiss durch Ratten und Mäuse fest. Auch die Sekretärin Jeanette suchte ob dieser Viecherplage kurzzeitig das Weite. Plötzlich wimmelte es im Maschinensaal nur noch so von Mädchenriegenmäusen, die tanzend überall die Kabel und Leitungen anknabberten. Abhilfe schafften die vielen Katzen der mittleren Mädchenriege, welche die Mäuse zu fetziger Musik schnellstens in die Flucht schlugen. Zurück blieb eine ziemliche Unordnung, welche die Arbeiterin Hedi Eggenschwiler und die arbeitsfaule Stiftin Maggy entfernen sollten. Maggy, nie um eine Idee verlegen, forderte ein Putzinstitut auf und alsbald wischten grosse Mädchenriegen-Putzfrauen den ganzen Dreck bei einem rassigen Jazztanz weg.

Bei der Präsentation des Wunderwerks bemängelten alle Mitarbeitenden, dass das Gerät nur unsichtbare «Löcher» produziere. Hugo Kleinstein, das Genie mit den vielen Einfällen, brachte ein Zusatzgerät zum Einsatz, welches die Ringe von vorne nach hinten durch die neue Maschine transportierte und somit die Arbeitsabwicklung sicht- und greifbar wurde. Die staunenden, wütenden und enttäuschten Mitarbeiter entschlossen sich, ob dieser sinnlosen Investition in den Streik zu treten. Die Jugendriege demonstrierte eindrücklich für die Interessen der Belegschaft. Doch der Patron Edgar von Siebental machte sie darauf aufmerksam, dass sie mit ihrer Arbeitsniederlegung den alljährlichen Geschäftsausflug verpassen würden. Sofort besannen sich die Büezer und beendeten ihren Streik, noch bevor ein Fernsehteam, dass auf die vermeintlichen Missstände aufmerksam geworden war, von Juniorchef Roy ein Interview erhielten. Hugo erläuterte ausführlich und betrieb wirksame PR-Werbung für die neue Wundermaschine. Die Frauen- und Männerriegler gingen als Fabrikmitarbeiter auf tänzerische Wanderschaft, als anschliessend Giuseppe die Belegschaft mit feinen Würsten und Fleischstücken vom Grill verköstigte und so in die Pause bat.

Als die Arbeit wieder aufgenommen werden sollte, stellte Plazi fest, dass plötzlich ein Fremder anwesend war; Miroslav, ein Illegaler (ein Schwarzarbeiter). Es kamen immer mehr dazu und die Turner zeigten eine eindrückliche Schattenwand-Vorführung am Boden und Barren. Plötzlich kam Hektik auf, Roy hatte vergessen, dass ein gewisser Unternehmensberater Mc Kency zu einem Vortrag eingeladen worden war. Sofort wurden die Mitarbeiter zusammengerufen und der Juniorchef erklärte, dass der Eingeladene die Zukunftsstrategien der von Siebental und Sohn erläutern werde. Der Gastredner trug aufgeblasen seine Visionen vor und warf mit Business-Englischwörtern nur so um sich. Die Arbeiter verstanden nur so viel, dass sie ab sofort in Einheitsklamotten rumlaufen, noch mehr arbeiten müssten und weniger Pausen haben würden. Sie vermuteten, dass sie in Kürze noch mehr Stress ausgesetzt sein würden.

Einheitlich adrett gekleidete Damen des DTV zeigten überzeugend, wie es bei Stress-Situationen im Grossraumbüro zu und her geht. Da die schicken Uniformen nicht an jedem optimal aussahen, verhängte Juniorchef Roy ab sofort eine Stunde Fitness und begann gleich mit einer Vorzeigelektion und forderte von seinen Leuten mehr Teamgeist. DTV- und TV-Mitglieder zeigten eine schwungvolle Teamaerobik-Vorführung und hofften auf Nachahmung der Fabrikarbeiter. Diese taten sich noch etwas schwer mit den neuen Fitnessübungen und –geräten. Die zwei Jungmitarbeiter Maggy und Hugo fanden diese Inszenierung für veraltet und wollten mal zeigen, was bei den Jungen heute so abgeht.

Die Jungen und ein paar Junggebliebene vom Turnverein legten einen flotten Hip Hopp aufs Parkett. Nach all diesen Ausschweifungen besann sich die Belegschaft wieder auf die Arbeit und startete erneut einen Versuch mit der Koreaner-Maschine. Doch bereits nach kurzer Zeit spielte das Ungetüm wiederum verrückt und machte sich selbständig - zehn Turnerinnen des DTV als Röhrenteile führten eine mystische Lichtshow mit Tanz vor.

Giuseppe erwachte anderntags und fuhr pflichtbewusst an seine Arbeitsstätte, wo er auf Hugo traf, der aber Roy, der Arbeiter mit den genialen Einfällen war, Edgar, der plötzlich Abwart war, Gian-Gieri der Schnupperstift, den Giuseppe noch als Plazi in Erinnerung hatte, Hugo, der ein Pizzakurier darstellte, Jeanette, die nicht Sekretärin sondern Arbeiterin war, und Hedi, die nicht die Arbeiterin, sondern die Sekretärin war – und wo waren Maggy, die Tussi-Stiftin und Miroslav, der Illegale mit dem protzigen BMW? Der Italiener Giuseppe – seine Erlebnisse, all das war nur ein TRAUM – er war in einer Traumfabrik! Bei seinen abschliessenden Worten: «Aber ich, Giuseppe, ich bin ich ...», und beim Gesang «I bin a Italiano ...» kamen sämtliche Darsteller des Abends nochmals auf die Bühne und OK-Präsident René Hofstetter richtete seine Dankesworte an alle Beteiligten, das Publikum und besonders an das umsichtige, versierte Regieteam mit Fridli Glarner und Wädi Schmid.

Wir alle freuen uns, Sie in zwei Jahren, am 8./9. November 2008 wieder in Niederurnen begrüssen zu dürfen.


Original-Berichte aus der Zeitung:
«Die Südostschweiz» vom 21. November 2006
«Die Südostschweiz» vom 22. November 2006
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